Askeria Wiki
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"Askeria: Die letzte Generation" (DLG) ist der erste Band der insgesamt sieben Hauptbücher. Mit einer Länge von 552 Seiten ist er der bislang Kürzeste der Reihe und wird durch Nova MD vertrieben.[1] Er ist als Taschenbuch, eBook und Hörbuch im Handel erschienen sowie als exklusives Hardcover im Webshop der Autorin.

Klappentext

Eine Welt im Glanz der Sonne, voll Wohlstand, perfekt? Wer diesen Zustand hinterfragt, »dient nicht dem Schutze der Menschheit.« Doch hat nicht alles im Leben seinen Preis?

»Suche nach Askeria und lass den Schmetterling vor ihren Augen fliegen.«

Die Worte ihres Bruders Souta sind der jungen Piara ein Rätsel – doch davon gibt es in ihrem Leben bereits mehr als genug. Das Mädchen trägt das Zeichen eines verstoßenen Volkes, dessen Geschichte aus dieser scheinbar makellosen Welt längst verbannt wurde.

Auf der Suche nach Antworten begibt sich Piara auf die Spuren ihrer Familie, die verbotenen Lehren folgte. Dabei gerät sie immer tiefer in einen Strudel aus Widersprüchen und alten Mythen, die ihr die Motive ihrer Brüder schmerzlich vor Augen führen. Denn um einander zu schützen, beschreiten sie zwei völlig verschiedene Wege, die Piara zu einer bitteren Erkenntnis zwingen:

Manche Schicksale sind schlimmer als der Tod.

Inhalt

Der erste Band konzentriert sich auf Piara und ihre Erlebnisse ab der Flucht aus Clay. Nebenperspektiven sind die von Souta und Rigoras sowie zahlreiche Rückblicke. Vereinzelt kommen auch die Handlungsstränge von Marleen und Tesiph, sowie Lyrikpassagen vor. Ein unbekannter Erzähler taucht ebenfalls in einigen Kapiteln auf.

Abschnitt 1: Das Wüstenbeben

Piara und Souta

Die Geschichte beginnt mit Piaras und Soutas plötzlicher Flucht aus Clay. Nachdem ihr Heimatdorf von Mitgliedern des Ordens angegriffen wurde, galt es Piara in Sicherheit zu bringen. Doch als sich ihnen seltsame Schatten in den Weg stellten, mussten sie ihren Bruder Ineas sich selbst überlassen. Die Schuld nagt schwer an ihr, da sie zunächst glaubt, Ineas für immer verloren zu haben. Ihr ist bewusst, dass die eingefallenen Inquisitoren und sakralen Ritter auf der Suche nach ihr gewesen waren: Denn Piara trägt ein Mal der Ceri, das sie unter ihren Haarballen für alle versteckt hält: zwei kleine, spitze Hörner.

Obwohl die Trauer sie zu lähmen droht, bemüht sie sich, Souta nicht noch mehr Kummer zu bereiten und behält ihre Gefühle für sich. Trotzdem denkt sie in jeder freien Minute an Ineas, der ihr kurz vor dem Einfall des Ordens seine Halskette anvertraut hat - ein Erbstück mit filigranen Verzierungen unterhalb der Glaskuppel, die Zahnräder und einen steinbesetzten Schmetterling aus Röhren zeigen.

Souta kämpft einstweilen mit der Frage, warum Ineas ihm einen derart kryptischen Abschiedsbrief hinterlassen hat:

Souta, ich kann wahrscheinlich nicht einmal erahnen, wie viel Kummer ich dir bereitet habe und wie viele Fragen dir auf der Seele brennen. Du wirst die Antworten, die du suchst, nach und nach auf deinem Weg finden und alles wird Sinn ergeben.

Ich bin mir sicher, dass Piara bei dir gut aufgehoben ist und du auf sie acht geben wirst. Auch, wenn du momentan allen Grund dazu hast, mir zu misstrauen, bitte ich dich, mit ihr nach Ascot zu gehen. Dort wartet etwas auf dich, das dir in dieser Ungewissheit Halt und neuen Mut verleiht. Vielleicht kannst du mich dann sogar ein wenig verstehen.Ich vertraue darauf, dass du das Richtige tun wirst, denn das hast du immer getan. Was mich betrifft, bin ich mir da nicht mehr sicher. Und trotzdem hoffe ich nichts sehnlicher, als dass du mir eines Tages verzeihen kannst.

Koromi, Souta. Koromi.

Souta schweigt sich über die Geschehnisse und seinen kürzlichen Streit mit Ineas aus und beschließt, den Brief zu verbrennen. Sein einziges Ziel ist es, Piara in Sicherheit zu bringen. Als sie in einem kleinen Dorf in der Provinz Sithrieta ihre Vorräte aufstocken wollen, laufen Souta und Piara zwei Inquisitoren in die Arme, vor denen seine Schwester sich noch rechtzeitig retten kann. Es gelingt Souta, die beiden zu belauschen und so erfährt er, dass der Orden immer noch nach Piara sucht, allerdings nicht glaubt, dass sie noch weiter östlicher ist, als hier. Erleichtert reisen die beiden daher weiter nach Ascot, wo sie sich sich im Gasthaus zum goldenen Eber niederlassen. Souta erinnert sich an den Besitzer Wren, einen guten Freund seiner Eltern, dem er kurz darauf von seiner Sorge berichtet, dass sein Bruder zum Feind übergelaufen sein könnte. Er ist davon überzeugt, dass Ineas noch lebt und weiß nicht, ob er ihm gegenwärtig trauen kann.

Warum Ineas ihn ausgerechnet nach Ascot geschickt hat, erkennt Souta sehr bald: In der Auslage eines Bücherladens erkennt er ein Werk, das seinem Vater gehört hat. Ein Einzelstück im Schutze eines falschen Einbands, damit der Orden es nicht konfisziert. Der Händler verrät ihm, dass er hier auf einen jungen Mann mit silbernem Haar warten sollte, was Soutas Befürchtungen abermals befeuert, dass Ineas in etwas viel Größeres verstrickt ist. Er bekommt nicht nur das Buch, sondern auch einen ledernen Beutel mit einer großzügigen Summe Münzen, ein Notizbuch sowie einem kleinen Brief überreicht:

"Wir sehen uns dort, wohin die Jadevögel gezogen sind."

Abermals handelt es sich um nichts als eine kryptische Botschaft, doch Souta weiß, von wem sie stammt. Nachts, wenn Piara schläft, beginnt er damit, die im Notizbuch hinterlassenen Koordinaten auf einer Karte einzuzeichnen. Als er erkennt, dass ihn seine Reise über das Ostmeer in Richtung Malluma führt, beschließt er schweren Herzens, dass die Reise für seine Schwester zu viele Gefahren birgt. Also versorgt er sie mit allem Nötigen, ehe er sich am Hafenfest letzten Endes von ihr losreißt und sich Richtung Vrin aufmacht. Vorher stellt er jedoch sicher, dass sie ihre Ausbildung beenden kann und ein Dach über dem Kopf hat.

In einem Abschiedsbrief bittet er seine Schwester, nach Fayon zu gehen, um ihre Grundausbildung in einem Trainingscamp zu beenden, und nicht nach ihm zu suchen. Außerdem verrät er ihr, dass Ineas noch am Leben ist, jedoch gefährlich sei. Eine großzügige Summe Geld, seinen Rucksack, das verbotene Buch sowie ein Notizbuch und einige andere Dinge hinterlässt er ihr.

Rigoras

Parallel zu Piaras und Soutas Flucht sieht sich, der junge Adelige, Rigoras mit eigenen Problemen konfrontiert. Die arrangierte Ehe zwischen ihm und seiner Verlobten Senia wurde unerwartet vorgezogen. Noch dazu verhält sein Vater sich seltsam und scheint ihm mehr zu verschweigen als sonst schon. Als ein Auftrag des Ordens von Corasil für ihn eintrifft, macht er sich mit seinem Leibwächter Rad und seinem Wildschwein Truffles auf den Weg, um die Mission zu erledigen.

Die Angaben sind spärlich, ihr Weg führt die drei in Richtung Westen an die Grenze Saetams, die Rigoras daraufhin bald überschreitet, um dem Auftrag nach zukommen. Er spürt, wie sehr die Provinz sich verändert hat und fragt sich zunehmend, ob er dem Orden tatsächlich in die Hände spielen soll. In einem Gespräch mit Rad zeigt sich, dass seine Mutter Eleanor von der Kirche vor vielen Jahren für ein Vergehen in Gewahrsam genommen wurde und seitdem kaum Kontakt zwischen ihr und Rigoras besteht.

Abschnitt 2: Verlass(en)

Piara

Auf sich gestellt beschließt Piara, nach Ineas zu suchen und sucht das Stadtportal auf. Zwar gelingt es ihr, den Portalisten von der Notwendigkeit ihrer Reise zu überzeugen, doch Piara erfährt, dass ihr Heimatdorf vom Teleportationsnetz abgeschnitten wurde. Schweren Herzens legt sie knapp die Hälfte des ihr überlassenen Geldes für einen Teleport nach Yoridien hin, das wenige Stunden Fußmarsch von Clay entfernt liegt. Wenige Minuten nach ihrem Eintreffen erkennt sie jedoch, dass die Gegend von Mitgliedern des Ordens umstellt ist und die Tore abgeriegelt sind.

Zwar gelingt es ihr, das Dorf in Richtung Clay zu verlassen, doch die Wüste erweist sich als unpassierbar: Mit jedem Schritt verdunkelt sich der Himmel, es wird eisig kalt und Piaras Herz wird von einer seltsamen Schwere befallen. Als sie an einer Wasserstelle glaubt, ihren Bruder Ineas zu sehen, legen sich dunkle Schatten über sie, die das Mädchen mit seinen schlimmsten Gedanken konfrontieren. Völlig aufgelöst und zitternd gelingt ihr die Flucht zurück nach Yoridien, doch der Schock sitzt ihr tief in den Knochen. Er lässt sie unvorsichtig werden, sodass Piara von einer Stadtwache aufgegriffen wird, die sie bei ihrer Rückkehr aus der abgesperrten Wüste beobachtet hat.

Als ihr eine Verhaftung droht, eilt ihr ein junger Mann zur Hilfe, dem die Stadtwache hörig ist. Er wird von einem Wildschwein begleitet und stellt sich in einem darauf folgenden Gespräch als Rigoras vor. Zwar fällt Piara auf, dass er eine gut verhüllte Waffe mit sich trägt, doch sie fasst schnell Vertrauen zu dem Unbekannten und beschließt nach einem angenehmen Gespräch, ihn am nächsten Morgen nach Myrefall zu begleiten.

Piara muss sich eingestehen, dass sie übereilt gehandelt hat und nimmt sich vor, ihre Brüder von Myrefall aus auf eigene Faust zu suchen. Auf ihrer zweitägigen Reise mit Rigoras und seinem Wildschwein Truffles kommt es jedoch zu einem Zwischenfall: Nach einem Sturz in die Böschung löst sich einer von Piaras Haarballen, woraufhin das darunterliegende Horn zum Vorschein kommt. Als Rigoras sie darauf anspricht, verfällt Piara in eine Starre. Instinktiv greift sie nach ihren Waffen. Niemand durfte erfahren, dass sie dieses Mal trägt, da der Orden von Corasil Menschen mit derartigen Anomalien nach dem Leben trachtet. Doch zu ihrer Überraschung zeigt sich Rigoras unbeeindruckt und setzt ihr seine Mütze auf den Kopf, damit Piara ihre Hörner während der restlichen Reise verstecken kann.

Vor Sorge, dass er sie doch noch an den Orden ausliefern könnte, beginnt Piara sich wieder zu verschließen. Doch Rigoras verspricht Piara, ihr Geheimnis mit einem ebenso großen auszugleichen, wenn sie sich ein wenig geduldet. Am nächsten Abend, als die beiden gemeinsam in Myrefall ankommen, hält er sein Wort und offenbart Piara, dass auch er ein solch verbotenes Mal an seinem Körper trägt: Zwei Narbenstränge an seinem Bauch werden von glänzender Haut eines Ceri umgeben. Rigoras trägt sie ebenso versteckt wie Piara ihre Hörner und die beiden versprechen einander, das Geheimnis des anderen zu wahren. In Myrefall lernt Piara nicht nur Rigoras' Vater, den obersten Clanführer der Provinz, kennen, sondern auch Rigoras' Verlobte Senia. Er selbst sieht der arrangierten Ehe nur widerwillig entgegen und verbringt seine Nächte fortan damit, gemeinsam mit Piara den Gründen ihrer beiden Zeichen auf die Spur zu gehen.

Souta

Etwa zur selben Zeit tritt Souta seine Reise an und jagt den gefundenen Koordinaten mit einem magiebetriebenen Boot quer über das Ostmeer nach. Inzwischen weiß er, dass sein Weg ihn weit fort von Mitaeria bringt und er hadert mit seinem Gewissen, Piara allein gelassen zu haben.

Rigoras

Nach seiner Rückkehr sucht Rigoras das Gespräch mit seinem Vater, der mit der Entscheidung, Piara einfach mit nach Myrefall zu nehmen, zunächst nicht einverstanden ist. Er befürchtet, dass sein Sohn so ebenfalls in den Fokus des Ordens geraten könnte, da deren Auftrag offensichtlich darauf abgezielt hatte, Piara in Gewahrsam zu nehmen und auszuliefern.

Es zeigt sich, dass Hattou Lyndis und Drandon, die verstorbenen Eltern von Piara, aus Jugendjahren kennt und so sichert er Rigoras seine Unterstützung zu, Piara in Myrefall vor dem Orden zu beschützen, bis die Vorbereitungen seiner Hochzeit abgeschlossen sind.

Marleen

Marleen wird als neue und zunächst völlig unabhängige Figur vorgestellt, die gerade ihre Wallfahrt antritt, um Tahayana zu werden - eine ausgebildete Kriegerin des Gottes Corasil. Obwohl ihr Glaube unerschütterlich ist, hegt sie Zweifel an der Reinheit der Ordensmitglieder und deren Absichten. Sie ist als Waise in der Orohava aufgewachsen und hat sich geschworen, hart zu trainieren, um ihre Freundin Taliah dort herauszuholen.

Von Blut und Tränen

Piara und Rigoras

Piara und Rigoras wälzen dicke Bücher, entwenden Unterlagen aus dem Büro seines Vaters, während Piara immer klarer wird, dass sie einer großen Wahrheit auf der Spur sind, die sich nur noch ahnhand alter Kindergeschichten oder unzensierter Bücher erahnen lässt. In einem Notizbuch von Hattou stoßen sie auf seltsame Verse sowie die Abbildung eines Sonnensystems, das drei Monde zeigt: Azethaneris, Nerva und einen dritten namens Gol, von dem die beiden noch nie zuvor gehört haben. Piara und Rigoras stoßen während ihrer Recherchen auf zahlreiche Kindergeschichten, die vor der Rache der Ceri warnen. Ungehorsam und Geheimnisse vor ihren Eltern gehen mit seltsamen Malen, Träumen und der Begegnung mit Ceri einher, genauso wie unerlaubtes Betreten tiefer Wälder. Sie erfahren außerdem, dass es einst eine Ceri namens Yrea gegeben haben soll, die für Ritualmorde an Menschenkindern verantwortlich war, ihre Familie jedoch für ihre Taten den Kopf hinhalten ließ.

Auch das kleine Notizbuch, das Souta seiner Schwester hinterlassen hat, gibt ihnen neue Rätsel auf: Von einem Tag auf den anderen taucht eine neue Botschaft darin auf. Anhand der Handschrift erkennt Piara, dass sie zweifellos von Souta stammen muss. Um der Sache auf den Grund zu gehen, suchen sie und Rigoras seine Leibwächterin und ehemalige Lehrmeisterin Marcie auf, die für den Wissensdrang der beiden jedoch wenig Begeisterung zeigt. Sie erzählt ihnen, dass derartige Verzauberungen von Gegenständen sich nur mithilfe längst verbotener Magie durchführen lassen. Kurz darauf erinnert sich Piara in einem Traum daran, dass Souta sich während ihrer Reise nach Ascot seltsam verhalten hat: Eine Art Schutzzauber, wie er auch in dem Notizbuch erwähnt wurde, der mit Blut und seltsamen Ritualgriffen funktioniert.

Während sie sich tagsüber auf ihre Abschlussprüfungen vorbereitet, trifft Piara auf eine junge Anwärterin der Tahayana, die vom Orden Corasils auf eine Pilgerfahrt entsandt wurde. Obwohl sie zunächst skeptisch ist, schließt Piara schnell Freundschaft mit Marleen und versucht, ihr durch geschickte Fragen ein paar Informationen zum Leben in der Orohava und zu verbotener Magie zu entlocken.

Piara verflucht sich dafür, immer mehr Gefühle für Rigoras zu entwickeln. Ihre gemeinsamen Lesenächte und das Aufstellen von Theorien schweißen die beiden noch stärker zusammen, als Senia damit beginnt, einen Keil zwischen die beiden zu treiben. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion schleicht sich Rigoras nachts in die Bibliothek, um mit den Schlüsseln seines Vaters die höchsten Stockwerke aufzusuchen, zu denen nur bestimmte Menschen Zutritt haben. Als er in einem großflächig zensierten Werk erkennt, dass es tatsächlich Literatur zu Gol geben muss, wird er von seiner Leibwächterin Marcie beim Schnüffeln erwischt und aus der Bibliothek gezerrt. Für Piara wird daraufhin klar, dass es tatsächlich Menschen gibt, die etwas über diesen Mond wissen und eisern schweigen.

Einige Wochen vergehen, ehe Rigoras Piara ein Geständnis macht: Er und Piaras Brüder kennen sich bereits seit Kindertagen. Auf Soutas Wunsch hin, hatte Rigoras sich auf die Suche nach Piara gemacht, um sie vor dem Orden zu beschützen und mit sich zu nehmen. Er zeigt ihr eine Holix-Nachricht von Souta, woraufhin Piara ihre Freundschaft in Frage stellt. Doch anstatt sich auf ihre Wut zu konzentrieren, versucht sie, mehr Informationen zu Soutas Aufenthaltsort aus ihm herauszubekommen. Während die beiden auf der Lichtung nördlich von Myrefall sitzen, erzählt er ihr davon, wie viel Verantwortung Souta und Ineas bereits von kleinauf auferlegt worden war. Im Gegensatz zu ihm waren sie früh in die Studien ihrer Eltern eingeweiht worden. Es ist das erste Mal, dass Piara Näheres über den Tod ihrer Eltern erfährt und endlich einen wertvollen Hinweis erhält, wohin es Souta verschlagen haben könnte: In Trissae residiert die Gilde Askeria, die von niemand Geringerem als Piaras Eltern und Rigoras' Vater gegründet worden ist, um Kindern verstorbener Forscher und Rebellen ein Zuhause zu geben. Auch Souta und Ineas gehören der Gilde seit ihrer Kindheit an.

Rigoras erzählt ihr außerdem von einer seltsamen Zwischenwelt namens Vahel, die etwas mit Soutas Verschwinden zu tun haben könnte. Sie existiert in ganz Mitaeria und Malluma, sammelt kosmische Restenergie und zieht starke Gefühle wie Verzweiflung, Hass und Angst an, um aus ihnen ebenfalls an Kraft zu gewinnen. Manche Menschen gelangen in ihren Träumen unwissentlich dorthin, doch man erzählt sich, dass es auch Orte auf Xist gibt, an denen die Sphäre zu Vahel besonders dünn und durchlässig ist.

Als kurz darauf eine weitere Nachricht von Souta in ihrem Notizbuch erscheint, ist sich Piara sicher, dass sie nach Trissae reisen sollte.

"Suche nach Askeria und lass den Schmetterling vor ihren Augen fliegen."

Nach ihrer erfolgreichen Abschlussprüfung beschließt Piara daher, gemeinsam mit Marleen in die Provinz Iporaz zu reisen, sobald diese ihren nächsten Aufenthalt im Süden Fayons beendet hat. Inzwischen heißt es für Piara, sich von Rigoras zu verabschieden. Seine Hochzeit steht bevor, nach der er zu einer einjährigen Reise durch ganz Mitaeria aufbrechen wird, um sich den Herrschenden aller Provinzen vorzustellen. In einer letzten gemeinsamen Nacht betrinken sich die beiden und kommen einander näher. Außerdem geben sie sich das Versprechen, einander vor Vahel zu beschützen, sollte es sich ihnen im Traum zeigen. Piara verschläft die Hochzeit im Rausch und reist kurz darauf mit Marleen über die Meeresbucht in Richtung Trissae.

In mehreren Rückblicken zeigt sich, dass Souta und Ineas vor ihrer Flucht aus Clay gestritten haben mussten. Die Stimmung zwischen den beiden war angespannt, Ineas ständig unterwegs und noch verschlossener als sonst. Den Einmarsch des Ordens hatte Piara von ihrem Fenster aus bemerkt. Souta hatte sie daraufhin gepackt und mit sich gezogen, um das Dorf zu verlassen, doch als ihr bewusst wurde, dass Ineas nicht bei ihnen ist, hat sie sich losgerissen und ist zurückgelaufen. Nicht nur die Ordensmitglieder hatten es auf sie abgesehen, sondern auch seltsame Schatten, die sich formierten und nach ihr ausstreckten. Als sie eine Klaue formten, um Piara zu packen, war es Ineas, der sich schützend vor seine Schwester stellte und daraufhin zusammenbrach. Immer wieder durchlebt Piara die Geschehnisse im Traum und fragt sich, wie er diesen Angriff überlebt haben soll.

Souta

In Rückblicken zeigt sich, dass Souta und Ineas vor dem Einmarsch der Ordensmitglieder Streit hatten. Ineas zieht sich zunehmend zurück, schleicht herum und belügt seine Geschwister. Als es schließlich eines Abends zur Konfrontation zwischen den beiden Brüdern kommt, bemerkt Souta, dass Ineas in seinem Zimmer auf Malluri mit seltsamen Schatten zu sprechen scheint. Zur selben Zeit marschiert der Orden in Clay ein, woraufhin Ineas seinem Bruder eine subtile Warnung und Aufforderung zuträgt: Er solle Piara nehmen und laufen, als habe er gewusst, dass sie kommen würden.

In der Gegenwart findet er sich in Malluma wieder, dem dunklen Kontinent der Ceri, der für Menschen als nicht erreichbar gilt. Dort arbeitet er mit anderen Wissenschaftler*innen zusammen, darunter auch ein weiterer Mensch namens N'dar, um die sieben Souveräne der Ceri freizusetzen. Außerdem erfährt man, dass seine Schwester Piara dabei eine entscheiden Rolle zukommt.

Eisige Spiegelbilder

Souta

Gemeinsam mit N'dar und Kai'noma gelingt es Souta, eine Substanz herzustellen, die für ihr Vorhaben essentiell scheint. Es zeichnet sich eine baldige Rückkehr nach Mitaeria ab, woraufhin Souta nach der harten Zeit in Malluma endlich wieder ein wenig Frohsinn und Mut schöpft. Der Verlust seiner Geschwister nagt an ihm, er flüchtet sich in seine Forschung und kämpft gegen die körperlichen Auswirkungen, die sein Aufenthalt auf dem dunklen Kontinent mit sich bringt. Auch mit Lia trainiert er unermüdlich, woran ist zunächst nicht genau bekannt, doch die beiden sind einander sehr zugetan. Als Souta ankündigt, bald wieder zurück nach Hause zu kehren, bittet Lia ihn darum, mit ihm kommen zu dürfen.

Piara

Trissae ist die mit Abstand größte Stadt, die Piara bislang gesehen hat. Sie ist derart weitläufig und verwinkelt, dass sie und Marleen sich schnell verlaufen. Durch Zufall entdecken sie in einer Seitengasse eine Schmiedin, die den beiden Hilfe anbietet. Unsicher, wie sie an diesem Ort irgendetwas finden soll, rezitiert sie Soutas Satz. Zu ihrer Überraschung zieht die Schmiedin Piaras Kette hervor und umarmt sie fest. Sie stellt sich als Tesiph vor, eine Kindheitsfreundin ihrer Brüder, und heißt Piara in ihrem neuen Zuhause willkommen: Askeria, die Gilde, der verborgene Widerstand gegen den Orden, liegt genau nebenan in einem unscheinbaren Gebäude. Obwohl auch Tesiph und die Gildenleiterin A'yura ihr nichts Näheres über den Aufenthaltsort ihrer Brüder verraten können, ist Piara beruhigt, dass sie über viele Umwege nun zumindest an einem Ort ist, der ihr Schutz bietet und mit Souta und Ineas in Verbindung steht.

Wenige Tage später taucht Senia in der Gilde auf und bittet Piara um Hilfe: Rigoras ist über Nacht plötzlich verschwunden, dass er das Hotel verlassen hat, ist jedoch ausgeschlossen. Marleen, Tesiph, A'yura, Senia und Piara beraten sich über ihre nächsten Schritte. Da keine plausible Erklärung für sein Verschwinden gefunden werden kann, erzählt Piara den anderen von Vahel und ihrer Vermutung, dass Rigoras im Traum dorthin gelangt sein könnte. Obwohl A'yura und Marleen bekräftigen, dass es diesen Ort gibt, ist Senia empört über diesen Vorschlag, begleitet Piara und Tesiph letzten Endes jedoch nach Jedroya, um Hinweise über einen möglichen Weg in die Welt der Restenergie und Gefühle zu finden.

Im eisigen Parkano begegnen sie einem Freund der Gilde, Cornelius Marin, der ihnen einen Hinweis gibt:

»Die Quelle verbindet, die Quelle vereint. Wenn dein Spiegelbild schwindet, dein Innerstes erscheint. Doch schreckst du zurück, deine Chance du verlierst, versuche dein Glück, bevor du erfrierst.«

Ein Vers des Barden Keagan De’Lore, aus dem die Gruppe zunächst nicht schlau wird. Cornelius Marin erzählt ihnen von einer Quelle im Osten, die eine Verbindung nach Vahel schaffen kann, wenn man ihr entgegenblickt. Als Piara sich ihrem Spiegelbild letztendlich stellt und wie zuvor in der Wüste mit ihren schlimmsten Zweifeln und Selbstabneigung konfrontiert wird, wehrt sie diese Gedanken nicht ab, sondern gibt sich ihnen hin, um sich kurz darauf wieder in Vahel zu finden: Gefangen in quälenden Visionen, die aus ihren tiefsitzenden Schuldgefühlen stammen. Sie fühlt sich verantwortlich dafür, dass ihre Brüder keine Kindheit hatten und fürchtet, dass insbesondere Ineas sie in Wahrheit ablehnt. Von völliger Dunkelheit umhüllt, spürt Piara vor lauter innerem Schmerz nichts mehr, bis die Halskette ihres Bruders sie wieder daran erinnert, dass diese Visionen nicht echt sein können. Als sie beginnt, ihnen zu trotzen, zerstört sie die Sphäre und findet sich bei Senia und Tesiph wieder. Die drei sind in Vahel angekommen, einem schaurigen Ort, an dem nichts logischen Gesetzen folgt. Eine Phiole, die mit Piara aus der Albtraum-Sphäre gefallen ist, gewährt ihr einen Wunsch, da sie ihren Visionen getrotzt hat. Und so kommt es, dass die drei in Vahel tatsächlich auf Rigoras stoßen, der bewusstlos an einem Baum lehnt, umgeben von gruseligen Augen, Zahnrädern und Gebilden, die sich unter den Wurzeln hervorschieben.

Eine Barriere hält Piara und Senia davon ab, Rigoras zu erreichen. Als eine Ceri vor ihnen erscheint, deren Iriden sich in mordlustigem Rot spiegelten, kommt es zum Kampf. Mit dem Tod ringend verrät das Wesen Piara, dass es Yrea heißt und genau mitbekommen habe, dass die beiden über sie recherchiert hatten. Bevor Piara das Bewusstsein verliert, taucht Souta auf und stellt sich dem Feind mittels Alchemie entgegen, ehe er die gesamte Gruppe herausteleportiert. Erst nach ihrer Flucht, als sie sich auf den Wiesen vor Trissae wiederfinden, bemerkt Piara, wie viel Blut ihr Bruder dabei verloren hat. Nachdem Tesiph Hilfe geholt hat und Souta zurück in der Gilde ist, lernt Piara nicht nur seine Freundin Lia kennen, die seine Wunden gekonnt versorgt, sondern erfährt außerdem, dass ihr Bruder der Blutmagie mächtig ist.

Es dauert einige Stunden, bis Souta aufwacht und von Piara zur Rede gestellt wird. Er offenbart ihr, dass er sich die ganze Zeit über in Malluma befunden hat, um Hinweisen nachzujagen, die für Ineas bestimmt gewesen waren. Souta hat versucht, mithilfe der Ceri dort eine Lösung zu finden, um Piara vor etwas zu bewahren, das bereits seit ihrer Geburt auf sie wartet: Eine Sünde zu wiederholen, so schrecklich, dass einer der sieben Souveräne der Ceri, Lycenar, einst zum größten Verbrecher seinerzeit verkam. Ihre Hörner trägt Piara als sein Spross. Als sein Mal und Zeichen, mit dem er sie bereits im Mutterleib versehen hat, um sie früh in Verzweiflung zu stürzen und sie zu dieser Tat zu bewegen. Um Lycenar wieder freizusetzen und die Welt vor dem sicheren Untergang zu bewahren, muss Piara einen ihrer Brüder töten.

Die Nachricht reißt dem Mädchen den Boden unter den Füßen weg. Sie weigert sich, ein solches Schicksal anzunehmen, bis Souta ihr von seinem Plan erzählt. Die sieben Souveräne der Ceri begingen einst solch schlimme Taten, dass sie dafür in die Geschichte eingingen. Man erzählt sich, dass die Götter Corasil und Valeris daraufhin in Streit über ihre Schöpfungen gerieten und die Souveräne daraufhin einen Deal vorschlugen: Gäbe es Menschen, die dieselben grausamen Handlungen vollziehen wie sie, beweise das, dass keine der beiden Rassen niederträchtiger sei als die andere. Die Menschen sollen im Glanz der Sonne leben, nachdem sie den Ceri ohnehin alles genommen haben, bis sie ebenso verwerfliche Sünden begehen wie die Souveräne. Dann würde die Zeit der Ceri anbrechen. Die Souveräne wurden daraufhin von den Göttern versiegelt und ihrer Kräfte beraubt. Souta ist der Ansicht, dass der Barde Keagan De’Lore die Geschichte der Sieben aufgeschrieben und ihre Kunde in Form von Liedern unter Menschen und Ceri verbreitet hat. Lycenar, der in den Ruinen Clays in Vahel versiegelt liegt, hat begonnen, Ängste, Wut und Zweifel der Menschen ringsum anzuziehen. Die Welt gerät so immer mehr aus dem Gleichgewicht, was sich in der Korumption des Landes äußert.

Souta offenbart Piara, wenn sie ihre Sünde nicht begehe, sei Mitaeria dem Untergang geweiht. Ihre einzige Chance wäre es demnach, Lycenar zu erwecken. Ineas, der von alledem wusste, hat sich bereitwillig in die Hände des Feindes begeben, um sie vor ihm zu beschützen und um sicherzustellen, dass er es ist, den Piara tötet. Ohne den Schutzzauber in seiner Halskette schwinden seine Kräfte in Vahel von Tag zu Tag mehr. Souta hat gemeinsam mit N'dar, einem in Malluma ansäßigen Menschen, einen Dolch hergestellt, dessen Stoßkraft bis nach Vahel durchdringt. Da Ineas mit Lycenar einen Deal eingegangen ist und die beiden sich wohl einen Körper teilen, damit der Souverän wieder über Mitaeria wandeln kann, hofft Souta, dass der Angriff den Tod des Ceri zur Folge hätte und Ineas somit gerettet wäre.

Piara bleibt kaum Zeit, die Nachricht zu verarbeiten. Sie erkennt, wie lange Ineas all dies geplant haben muss und dass sein Opfer nicht umsonst gewesen sein darf. Deswegen versprechen sie und Souta einander, ihren Bruder um jeden Preis zu retten.

Ineas

Im Laufe des ersten Bandes zeigt sich, dass der unbekannte Erzähler Ineas' Perspektive schildert. Während er in den ersten Abschnitten an einem dunklen und bizarren Ort namens Caraleris ist, erfährt man mit jedem Abschnitt mehr über seinen Verbleib. Er befindet sich in Vahel und kämpft für das Heil seiner Geschwister. Dafür hat er sogar Lycenar hintergangen, einen furchteinflößenden Ceri, der ihn nach seinem Verrat hier festhält.

Man erfährt, dass Lycenar vorhatte, Piara mit sich in die Schatten zu ziehen. Als Ineas sich jedoch schützend vor seine Schwester stellte, als die Schatten sie packen wollten, um ihr die Flucht zu ermöglichen, nimmt er stattdessen ihn mit sich. Während er bislang nur nachts in seinen Träumen in Vahel wandelte, muss Ineas fortan sein gesamtes Dasein dort fristen und hofft, dass Souta es tatsächlich nach Ascot geschafft hat und inzwischen auf Malluma ist und auch Piara sich in Sicherheit befindet.

Eine quälende Frage, die sich Ineas immer wieder aufdrängt, ist, warum seine Mutter ihn mit weitaus mehr und schwerwiegenderen Aufgaben belastet hatte, als Piara und Souta. Er hat das Gefühl, seine Kindheit vollends geopfert zu haben, während seinen Geschwistern weniger aufgebürdet worden war. Im ersten Band erfährt man nicht näher, was genau er damit meint, doch es zeigt sich, dass Lycenar bereits in Ineas' Kindheit Kontakt zu ihm aufgenommen hat, als er der Verzweiflung nahe war. Er versprach ihm Antworten und bot seine Hilfe an, die sich in der Gegenwart jedoch als Trugschluss erwiesen.

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